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Warum spricht man schon im Anfängerkurs in der Zielsprache?

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Warum spricht man schon im Anfängerkurs in der Zielsprache?

Anfängerkurs und Stress

Anfängerkurs und Kontakt zur ZielspracheBesuchen Sie schon einen Anfängerkurs? Wenn man einen Sprachkurs als Anfänger beginnt, ist es unvermeidbar, einen gewissen Stress im Unterricht zu erleben. Normalerweise ist der Stress ziemlich gering, wenn die Muttersprache der Kursteilnehmer relativ ähnlich wie die Zielsprache ist. Ein Beispiel: Ein Italiener kann in der ersten Spanischstunde schon relativ viel verstehen und sprechen, weil Spanisch und Italienisch romanische Sprachen sind – und das reduziert die Anspannung. Wenn es aber keinerlei Gemeinsamkeiten zwischen Muttersprache und Zielsprache (z.B. Chinesisch und Deutsch) gibt, dann kann man sich als blutiger Anfänger richtig verloren fühlen.

Heutzutage unterrichten die meisten Sprachlehrer von Anfang an in der Zielsprache. Es kann eine Frage der Lehrmethode sein – wie im Tascla-Sprachcenter – oder man hat keine andere Wahl, weil es keine gemeinsame Sprache in der Gruppe gibt. Im Tascla-Sprachcenter ist die Gruppenstärke immer beschränkt, während bei anderen Sprachschulen die Teilnehmerzahl auf 15, 20 und sogar 25 Personen steigen kann. Stellen Sie sich vor, Deutschlehrer zu sein und einen Anfängerkurs mit 15 Kursteilnehmern zu leiten, die arabisch, chinesisch, spanisch, russisch, türkisch usw. als Muttersprache sprechen – und nur wenige davon können auch Englisch. Welche Sprache würden Sie im Unterricht sprechen? Selbstverständlich Deutsch, oder? *

Dieses Beispiel ist ziemlich extrem, aber auch deutschsprachige Kursteilnehmer, die einfach ein paar französische Wörter vor dem Urlaub in der schönen Provence lernen möchten, können es sehr frustrierend finden, wenn ihre Französischtrainerin nur französisch spricht und sie so gut wie nichts verstehen.

Warum unterrichten die meisten Sprachlehrer von Anfang an in der Zielsprache?

Es ist doch Unsinn, wenn keiner sie versteht, oder? Nein, es ist kein Unsinn. Unser Ziel ist es, den Lernenden eine ausreichende Exposition bzw. Dauer und Intensität des Kontakts zur Zielsprache zu gewährleisten: Je geringer der Kontakt, desto länger dauert es, bis man französisch, englisch, deutsch, italienisch, spanisch, etc. spricht.

Es ist uns bewusst, dass der erste Kontakt zur Zielsprache im Anfängerkurs sogar ein Schock sein kann. Deshalb versuchen wir immer, vor dem Unterricht ganz klar zu machen, dass es OK ist, sehr wenig und  gar nichts zu verstehen. Komisch? Nein, wir haben klare Lernziele, z.B. einige Vokabeln und ein paar Sätze (ich heiße.., ich komme aus…), die bis zum nächsten Termin gelernt werden sollten. Das wird von vielen Kursteilnehmern oft als Null empfunden, aber das stimmt nicht. Wenn Sie „ich komme aus Deutschland“ sagen können, handelt es sich um einen ersten Mauerziegel, auf dem Sie das Haus der Sprache langsam aufbauen können. Das ist schon etwas.

Das folgende irreführende Gedankenschema sollte man bei jedem Sprachkurs, insbesondere im Anfängerkurs, unbedingt vermeiden: „Entweder kann ich schon relativ fließend sprechen, oder ich spreche gar nicht“, „entweder verstehe ich fast alles, oder ich verstehe gar nichts“. Das ist ganz falsch, weil man die Sprachkenntnisse graduell aufbaut und die Fertigkeiten langsam entwickelt. Passen Sie auf, nicht das Falsche von sich zu erwarten und sich zu unterschätzen! Niemand verlangt, dass Sie alles verstehen und wiederholen können, was die Lehrkraft im Unterricht sagt. Verlassen Sie sich auf Ihren Sprachlehrer oder Ihre Sprachlehrerin und bleiben Sie im Unterricht so locker und entspannt wie möglich. Einen Schritt nach dem anderen werden Sie Ihre Zielsprache lernen – und schneller als Sie denken!

Manche Kursteilnehmer fragen: „Muss das sein? Könnte man nicht in meiner Muttersprache sprechen und einfach nur die Übersetzung einiger Wörter unterrichten?“. Die reiferen Leser erinnern sich wahrscheinlich daran, dass Sprachen vor einigen Jahrzehnten genau auf diese Art und Weise unterrichtet wurden. In vielen Schulen benutzt man diese Methode immer noch: viel Theorie, viel Grammatik, viele Übungen – wenig Praxis. Natürlich kann man auch so eine Sprache lernen. Wie lange dauert es aber, bis man tatsächlich sprechen und verstehen kann? Jahrelang! So lange, dass die Motivation oft sinkt und man mit dem Sprachlernen sogar aufhören will.

Das andere Ufer ist näher als man denkt!

Warum verwendet man die Zielsprache von Anfang an im Anfängerkurs?Sprachenlernen für Anfänger kann durch eine Metapher beschrieben werden: Es ist als ob man einen großen Teich durchqueren möchte. Wenn man ins Wasser springt, kann es unangenehm sein, weil es nass und kalt ist, aber dann bewegt man sich sofort in Richtung Ufer und schnell erreicht man es auch, weil man schnellstmöglich raus aus dem Wasser will.

Als bequeme Alternative könnte man eine Brücke bauen, um trocken und sicher an das andere Ufer zu kommen, oder den Teich kilometerweit umgehen. Wie lange würde es aber dauern? Ja genau, viel zu lange, so lange bis man müde und demotiviert ist.

Wir hoffen, dass Sie uns zustimmen: Es lohnt sich zu 100%, einfach ins Wasser zu springen und dann los! Übrigens kann man nach dem ersten schockierenden Moment auch viel Spaß dabei haben. Machen Sie mit und besuchen Sie einen Anfängerkurs im Tascla-Sprachcenter, um von Anfang an in Ihrer Zielsprache zu sprechen!

 

 

* Das Beispiel soll Ihnen zeigen, dass es gar nicht so einfach ist, einem Anfänger eine Sprache beizubringen: Sprachlehrer sind echte Profis mit trainierten Kompetenzen.

By | 2018-01-23T06:58:06+00:00 Januar 23rd, 2018|Anfänger, Lehrmethode, Sprachen lernen, Sprachtrainer|0 Comments

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